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Risikofaktor Körperabwehr

Eine wiederkäuer- und bedarfsgerechte Fütterung ist ein wesentliches Element der Vorbeuge von Mastitiden

Neben den lokalen Abwehrmechanismen der Zitze basiert die Fähigkeit der Kuh, Neuinfektionen der Milchdrüse abzuwehren und bestehende Infektionen zu begrenzen oder gar zu eliminieren, auf körpereigenen Mechanismen der Infektabwehr. Deren Funktion ist vom Status der Kuh mitbestimmt. Nur im physiologischen Gleichgewicht der Organfunktionen steht die maximale Abwehrleistung der  Tiere zur Verfügung. Im weitesten Sinne beeinträchtigen Mängel der Haltung, der Fütterung und des tier- und Tiergesundheitsmanagements die Abwehrfähigkeit des tierischen Organismus. Problematische Abweichungen in den beschriebenen Bereichen lassen sich am leichtesten durch die Feststellung von Kennwerten im Rahmen von Checklisten feststellen.

(Foto: Wilson Agriculture)

(Foto: Wilson Agriculture)


Kühe Fressend

Während Haltungsmängel und grundlegende Probleme im Tiergesundheitsmanagement meist über lange Zeiträume existieren und somit das Niveau der Körperabwehr beeinflussen, stehen vor allem Abweichungen im Bereich der Fütterung  (Futterqualität, Fütterungsmanagement) in einem zeitnahen Zusammenhang zu vermehrten Neuerkrankungen der Milchdrüse und zu verminderten Heilungsraten. Neben den gelegentlich vorkommenden Spurenelement- und Vitaminmangelsituationen sind vor allem grundlegende Fütterungsfehler, die jedoch gerade in hochleistenden Herden leicht auftreten können, für Schwächungen der Körperabwehr verantwortlich.

 

Die untenstehende Tabelle gibt Monitoringkennwerte zur Überwachung der fütterungsbedingten Abwehrkraft an, die ohne großen Aufwand in einem Milchviehbetrieb, der an der Milchleistungsprüfung teilnimmt, bestimmt werden können:


Kontrollmaßnahmen zur Überprüfung der fütterungsbedingten Abwehrkraft


Reheklauen vorhanden?


Soll < 5 % der Herde


Ketosetest positiv in der 1. Laktationswoche


Soll < 5 %
Wiederkauaktivität
• Wiederkauen liegender Tiere
• Wiederkaubewegungen zw. 2 Schluckakten
• Wiederkauen der Tiere beim Melken


Soll > 70 % Kauen
Soll > 45
Soll > 30 %

Fett/Eiweiß-Quotient
> 1,5 in der Frühlaktation


Soll < 5 % der Herde

Fett/Eiweiß-Quotient < 1,0


Soll < 5 % der Herde, höhere Werte nur bei perfekter
Klauengesundheit und ständiger Grundfuttervorlage


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